aufliegen


aufliegen
auf|lie|gen ['au̮fli:gn̩], lag auf, aufgelegen:
1. <itr.; hat; südd., österr., schweiz.: ist> auf etwas liegen:
der Balken liegt auf der Mauer auf.
2. <itr.; hat; südd., österr., schweiz.: ist> offen zur Einsicht oder Ansicht irgendwo liegen, ausgelegt sein:
die neuesten Zeitschriften liegen in der Bibliothek auf.
Syn.: ausliegen.
3. <itr.; hat durch Liegen wund machen:
ich habe mir den Rücken aufgelegen; ich habe mich aufgelegen.

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auf||lie|gen 〈V. 179; hat
I 〈V. intr.〉
1. auf etwas liegen
2. offen daliegen, ausliegen (zur Ansicht: Waren, zur Benutzung: Zeitschriften)
3. ein Schiff liegt auf ist außer Betrieb, liegt in Ruhe
● die Platte muss auf dem Boden (genau) \aufliegen
II 〈V. refl.〉 sich \aufliegen wundliegen, durch langes Liegen wund werden (Kranker)

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auf|lie|gen <st. V.>:
1. hat; südd., österr., schweiz. auch: ist>
a) auf etw. liegen:
die Bretter liegen auf Querbalken auf;
der Deckel liegt nicht richtig auf;
b) (geh. veraltend) auf jmdm. lasten:
die Verantwortung lag ihr schwer auf.
2. hat; südd., österr., schweiz. auch: ist> zur Einsicht o. Ä. ausliegen:
von morgen an liegen die Wahlverzeichnisse auf;
der Schneebericht liegt bei größeren Reisebüros auf.
3. (ugs.)
a) <a. + sich; hat sich wund liegen:
ich habe mich aufgelegen;
b) <a. + sich; hat wund liegen:
ich habe mir den Rücken aufgelegen.
4. <hat> (Seemannsspr.) (von Schiffen) für eine bestimmte Zeit außer Dienst gestellt sein.

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Aufliegen,
 
Dekubitus, Druckschädigung der Haut durch lange Bettlägerigkeit (erst Rötung, dann Wundliegen, Nekrosen, Druckgeschwürbildung), z. B. bei Bewusstlosigkeit oder Querschnittslähmung; tritt besonders an Körperstellen auf, an denen die Haut unmittelbar einem Knochen anliegt (z. B. Ferse, Kreuzbein). - Vorbeugung und Behandlung: Einreibung mit durchblutungsfördernden Mitteln, Massage der gefährdeten Stellen; Wundpflege mit entzündungshemmenden und granulationsfördernden Substanzen; Polsterung gefährdeter Stellen, Wechsel der Aufliegefläche durch Wasserbett, Wasserkissen; wechselweise aufblasbare Luftmatratze; turnusgemäßes Drehen des Kranken sowie ausgewogene Ernährung zur Stärkung der Abwehrkräfte.
 

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auf|lie|gen <st. V.>: 1. hat; südd., österr., schweiz. auch: ist> a) auf etw. liegen: die Bretter liegen auf Querbalken auf; der Deckel liegt nicht richtig auf; Der Tisch war festlich gedeckt, ein prachtvolles Damasttischtuch lag auf (Katia Mann, Memoiren 64); Stundenlang liegt er dort in der prallen Sonne auf einer Luftmatratze, die schweißig wird, dort, wo er aufliegt (Lynen, Kentaurenfährte 338); Ü Während die Kruste aus schwerem Basalt besteht, werden die darauf aufliegenden Kontinentalschollen aus leichterem Granit gebildet (Welt 22. 10. 65, 9); b) (geh. veraltend) auf jmdm. lasten: die Verantwortung lag ihr schwer auf; ∙ c) zur Last fallen: Wenn sie (= die Männer) nur nicht gleich heiraten wollten, und wenn man einmal freundlich mit ihnen ist, einem hernach den ganzen Tag auflägen (Goethe, Jery u. Bätely). 2. zur Einsicht o. Ä. ausliegen: hat; südd., österr., schweiz. auch: ist>: von morgen an liegen die Wahlverzeichnisse auf; Kondolenzliste liegt auf (MM 11./12. 2. 89, 21); Im Übrigen liegt der Schneebericht ebenso bei allen größeren Reisebüros Deutschlands auf (Alpinismus 2, 1980, 44); Der Graf las meistens im Kirchenblatt, das hier als einzige Zeitung auflag (Habe, Namen 121). 3. <hat> (ugs.) a) <a. + sich> sich wund liegen: ich habe mich aufgelegen; b) <a. + sich> wund liegen: ich habe mir den Rücken aufgelegen. 4. (Seemannsspr.) (von Schiffen) für eine bestimmte Zeit außer Dienst gestellt sein <hat>: das Schulschiff liegt bis auf weiteres im Hafen auf; Ich sehe zu, wie sie ... den Rumpf eines aufliegenden Frachters bemalen (Buchheim, Festung 557).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Aufliegen — Aufliegen, verb. irreg. neutr. (S. Liegen,) welches das Hülfswort haben erfordert. 1) Auf etwas liegen. Der Balken liegt auf, auf der Mauer. In der figürlichen Bedeutung, die Last, die uns auflieget, ist im Hochdeutschen das einfache Verbum mit… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • aufliegen — aufliegen: I.aufliegen:1.⇨bedrücken(1)–2.⇨ausliegen II.aufliegen,sich:⇨wund(1,b) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Aufliegen — Aufliegen, 1) (Aufliegen der Kranken, lat. Decubitus, Med.), lästige, nicht selten gefährliche Erscheinung in langwierigen Krankheiten od. in bösartigen Fiebern, wo beim Liegen auf derselben Stelle, die bes. einem Druck ausgesetzten Theile… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Aufliegen [1] — Aufliegen (Durchliegen, Decubitus), brandiges Absterben der Haut an Stellen, die länger dauerndem Druck ausgesetzt sind, wird verursacht durch mangelhafte Blutzirkulation an der gedrückten Stelle, auch durch aufgehobenen Nerveneinfluß und die zur …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Aufliegen [2] — Aufliegen: ein Handelsschiff »liegt auf«, wenn es außer Betrieb gesetzt ist …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Aufliegen — oder Wundliegen (lat. decubĭtus), Wundwerden der Haut, das bei anhaltender Bettlägrigkeit an dem Kreuzbein, den Hüftknochen, Schultern und Hacken entsteht; durch Waschungen, Unterlage von Luft oder Wasserkissen, Hirsespreukissen zu beseitigen,… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • aufliegen — ein außer Dienst gestelltes Schiff liegt auf …   Maritimes Wörterbuch

  • aufliegen — auf·lie·gen (hat) [Vi] etwas liegt (irgendwo) auf Admin; etwas kann besonders in einer öffentlichen Institution von jedem eingesehen oder abgeholt werden <Formulare, Listen> …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • aufliegen — auf|lie|gen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Aufliegen — Dês ligt mer af1 wêi mei èirsts Hemmed, des aff n Buck l nit zammganga is. (Nürnberg.) – Frommann, VI, 416, 30. 1) Afliegen = auf , d.i. anliegen, am Herzen liegen. [Zusätze und Ergänzungen] Ironisch, wenn man sagen will, dass man sich über etwas …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon